Wir sind richtig, wie wir sind:      

Das WG-Leben ist mehr als eine pragmatische Wohnlösung. Es ist ein kleines soziales Experiment, ein Mikrokosmos der Gesellschaft – voller Reibung, Wärme, Chaos und überraschender Erkenntnisse.

Die WG als Miniaturgesellschaft

In einer WG treffen Welten aufeinander: Der gewissenhafte Bio-Student, der jede Bananenschale kompostiert, wohnt Tür an Tür mit der kreativen Chaotin, deren Zimmer wie eine Kunstinstallation wirkt. Die nachtaktive Barkeeperin begegnet dem frühaufstehenden Lehrer – und beide teilen sich dieselbe Küche.

Genau hier entsteht die wichtigste Erkenntnis: Wir sind richtig, wie wir sind.

Jeder bringt seine Geschichte, Eigenheiten und Routinen mit. Und niemand hat das Recht, andere zu erziehen oder zu korrigieren. WG-Leben funktioniert nur, wenn unterschiedliche Lebensentwürfe nebeneinander bestehen dürfen.

Kommunikation, die verbindet

Die alte Regel „Ich-Botschaften statt Du-Botschaften“ wird in der WG zur Überlebensstrategie.

  • Du lässt immer dein Geschirr stehen!“ erzeugt Abwehr.
  • Ich fühle mich überfordert, wenn ich nach einem langen Tag noch alles spülen muss“ öffnet Türen.

Plötzlich geht es nicht mehr um Schuld, sondern um Lösungen. Ehrlichkeit schafft Verbindung – nicht Vorwürfe.

Warum Belehrungen Gift für die Gemeinschaft sind

Belehrungen stellen uns über andere. Sie signalisieren: „Ich weiß es besser.“ Doch WG-Leben zeigt schnell: Diese Haltung zerstört Vertrauen. Der Mitbewohner, der anders staubsaugt, lebt nicht falsch – nur anders.

Drei WG-Weisheiten fürs Leben

  1. Akzeptanz vor Veränderung: Menschen verändern sich durch eigene Einsichten, nicht durch Druck.
  2. Vielfalt als Stärke: Unterschiedliche Perspektiven bereichern – im Alltag wie in der Gesellschaft.
  3. Kommunikation als Brücke: Wie wir etwas sagen, entscheidet oft mehr als der Inhalt selbst.

Die nächste Generation wächst nicht durch Belehrungen, sondern durch Vorbilder, Dialog und die Anerkennung: Deine Art zu leben ist valide – auch wenn sie nicht meiner entspricht.

Fazit

Alles muss passen? 

• Es geht nicht darum, ob Bad und Toilette getrennt sind.
• Es geht nicht darum, ob ein bestimmter Raum exakt den eigenen Vorstellungen entspricht.
• Es geht darum, ob Menschen bereit sind, gemeinsam etwas entstehen zu lassen.

Warum wir dringend andere Vermieter brauchen. 


Gemeinwirtschaftliche und soziale Anbieter stärken
  • Dokumentation pflegen: Mietvertrag, Schriftverkehr und Protokolle geordnet sammeln.
  • Professionell auftreten: Vollständige Unterlagen und klare Kommunikation erhöhen die Chancen bei der Wohnungssuche.

Was mich heute extrem wütend macht!!!

Gegenüberstellung und Einordnung der AfD-Forderungen zu Einbürgerung und Ausgangssperren


1. Einbürgerung nach „Nützlichkeit“
Aktuelles Recht

Einbürgerung ist Bundesrecht. Voraussetzungen wie Lebensunterhaltssicherung, Sprachkenntnisse (B1), Straffreiheit und das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sind im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) festgelegt.

Rechtliche Hürden
  • Die Einführung eines „Nützlichkeits“-Kriteriums oder einer Obergrenze (z. B. 500/Jahr) erfordert eine Änderung des Bundesrechts, für die es derzeit keine Mehrheit gibt.
  • Der pauschale Entzug bereits erteilter Staatsbürgerschaften verstößt gegen das Grundgesetz (Art. 16 GG).

2. Ausgangssperre für Asylbewerber
Aktuelles Recht
  • Es existiert eine Residenzpflicht, die den Aufenthalt auf einen Bezirk beschränken kann.
  • Eine generelle, zeitliche Ausgangssperre für eine ganze Personengruppe geht deutlich darüber hinaus.
Rechtliche Hürden
  • Eine pauschale Ausgangssperre ohne individuelle Verdachtsmomente würde voraussichtlich gegen Grundrechte (Allgemeine Handlungsfreiheit, Art. 2 GG; Diskriminierungsverbot, Art. 3 GG) sowie gegen das Asylrecht verstoßen.

3. Politische Absicht und Kontext
Wahlkampf und Mobilisierung
  • Die Ankündigung erfolgte sechs Wochen vor der bayerischen Kommunalwahl.
  • Laut Politikwissenschaftler Philipp Adorf sollen Begriffe wie „Remigration“ gezielt in den Mainstream gebracht werden.
Themenbesetzung
  • Migration ist laut Politikwissenschaftler Hans Vorländer das „essenzielle Thema für das Geschäftsmodell“ der AfD.
  • Auch andere Parteien debattieren inzwischen über härtere Maßnahmen, was die AfD als Bestätigung ihrer Agenda deutet.
Politische Isolation
  • Die bayerische AfD wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
  • Andere Parteien kritisieren die Pläne scharf; Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete ein ähnliches AfD-Papier als „extrem ausländerfeindlich“.

💎 Fazit

Die Forderungen sind unter der aktuellen Rechts- und Mehrheitslage nicht umsetzbar. Sie dienen vor allem als wahlkampftaktische und polarisierende Signale, die die eigene Kernklientel mobilisieren und die öffentliche Debatte nach rechts verschieben sollen. Die konkrete Verwaltungspraxis und der gesellschaftliche Grundkonsens stehen diesen Plänen entgegen.


Gegendarstellung zu den Forderungen der bayerischen AfD-Fraktion

1. Zur Forderung einer „nützlichkeitsbasierten“ Einbürgerung
Behauptung der AfD
  • Einbürgerung solle nur nach „gelungener Integration“ und „Nützlichkeit“ erfolgen.
  • Menschen im Niedriglohnsektor seien demnach nicht gemeint.

Gegendarstellung und Einordnung

Bundesrechtliche Einheitlichkeit
  • Staatsangehörigkeitsrecht ist ausschließliche Bundeskompetenz.
  • Bayern kann keine eigenen Kriterien wie „Nützlichkeit“ einführen.
Aktuelle gesetzliche Voraussetzungen
  • Das geltende Recht enthält bereits strenge Anforderungen: rechtmäßiger Aufenthalt, Deutschkenntnisse (B1), Lebensunterhaltssicherung, Straffreiheit, Bekenntnis zur FDGO.
Verfassungswidrigkeit und Menschenwürde
  • Ein „Nützlichkeits“-Kriterium verstößt gegen Art. 1 und Art. 3 GG.
  • Es würde Menschen nach ökonomischem Wert sortieren und ein Zwei-Klassen-System schaffen.
  • Der Verfassungsschutz sieht in solchen Konzepten Ansätze zur Ausgrenzung und Rechtlosstellung.


2. Zur Forderung einer abendlichen Ausgangssperre für Asylbewerber

Behauptung der AfD

Eine abendliche Ausgangssperre erhöhe die öffentliche Sicherheit.

Gegendarstellung und Einordnung
Kollektivstrafe ohne Anlass
  • Eine pauschale Ausgangssperre stellt eine unzulässige Kollektivmaßnahme dar.
  • Sie setzt Unschuldige unter Generalverdacht.
Verfassungsrechtliche Grundrechtsverletzung
  • Eine solche Maßnahme greift schwerwiegend in Art. 2 GG und Art. 3 GG ein.
Einstufung durch Gerichte und Verfassungsschutz
  • Ähnliche Forderungen der Jungen Alternative waren ein Grund für deren Einstufung als gesichert rechtsextremistischer Verdachtsfall.
  • Gerichte sahen darin Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung.


Schlussfolgerung

Die Forderungen der bayerischen AfD-Fraktion sind weder realistische Politikvorschläge noch mit der Verfassung vereinbar. Sie ignorieren die Kompetenzordnung, verletzen Gleichheitsgrundsatz und individuelle Schuldprinzipien und würden zu gesellschaftlicher Spaltung führen. Es handelt sich um polarisierende Wahlkampfrhetorik, die auf Angst und Feindbilder setzt. Eine demokratische Gesellschaft muss solchen verfassungsfeindlichen Vorstößen entschieden entgegentreten.


Quelle:

https://share.google/F7BrmdxZx352ral1O

Warum wir uns beim Wohnen selbst im Weg stehen

Die Sehnsucht ist da: der Wunsch, nicht nur in vier Wänden zu leben, sondern in einem echten Zuhause – getragen von Nachbarschaft und gegenseitiger Unterstützung.

Wir träumen von Wohnprojekten, in denen man sich den Werkzeugkasten teilt, zusammen kocht und füreinander einsteht. Doch zwischen dieser Vision und der gelebten Realität klafft oft eine tiefe Lücke. Viele WGs und Gemeinschaftsprojekte scheitern nicht an großen Fragen, sondern an unsichtbaren, psychologischen Fallstricken, die wir uns selbst legen.

Der Mythos der „perfekten“ Mitbewohner: Die Suche nach Spiegelbildern

Der häufigste Ausgangspunkt ist die Suche nach den „Richtigen“. In Anzeigen wimmelt es von Formulierungen wie „wir suchen eine entspannte, tolerante Persönlichkeit“ – also im Grunde jemanden, der genauso ist wie wir selbst.

Dieses Casting nach Spiegelbildern ist ein fataler Irrtum.

Wir verwechseln Harmonie mit Homogenität. Doch eine Gemeinschaft, die nur aus ähnlichen Charakteren besteht, ist nicht resilient, sondern fragil. Die echte Herausforderung – und die eigentliche Chance – liegt im konstruktiven Umgang mit Unterschieden: Frühaufsteher und Nachtmenschen, Sparsame und Großzügige, Planer und Spontane.

Das Problem ist nicht die Verschiedenheit, sondern unsere mangelnde Übung, sie in produktive Absprachen zu gießen. Statt nach einem vagen „Wir passen schon“ zu suchen, wäre die ehrlichere Frage: „Welche unterschiedlichen Bedürfnisse haben wir – und welches Regelwerk könnte allen gerecht werden?“

Die unterschätzte Last: Emotionale Arbeit und unsichtbare Dienste

Sobald eine WG zusammenlebt, zeigt sich das nächste strukturelle Problem: der Fokus auf sichtbare Aufgaben.

Ein Putzplan ist schnell erstellt. Doch wer organisiert die nächste Hausversammlung? Wer merkt, dass es einem Mitbewohner nicht gut geht, und spricht es einfühlsam an? Wer denkt an Klopapier oder Küchenrollen, wenn sie zur Neige gehen?

Diese emotionale und administrative Arbeit ist unsichtbar, wird selten anerkannt und lastet oft auf ein oder zwei Schultern. Sie ist der eigentliche Kitt des Zusammenlebens – und gleichzeitig seine häufigste Belastungsprobe.

In klassischen Familienbeziehungen übernehmen diese Arbeit oft Frauen. Dieses Muster wiederholt sich in WGs häufig unreflektiert. Ein funktionierendes Gemeinschaftsprojekt muss diese unsichtbaren Aufgaben sichtbar machen, benennen und fair verteilen. Vielleicht braucht es eine rotierende „Verantwortung für das Zwischenmenschliche“ oder feste Ansprechpersonen für bestimmte Bereiche.

Die Angst vor der Institution: Warum Regeln kein Feind der Freiheit sind

Das vielleicht tiefste Hindernis ist unsere romantische Abneigung gegen klare Strukturen. Regeln, Verträge und Prozesse wirken wie bürokratische Kälte – das Gegenteil der warmen, organischen Gemeinschaft, die wir uns wünschen. Also vermeiden wir sie, bis der erste Konflikt eskaliert.

Doch genau diese Weigerung, das Gerüst zu bauen, bevor man einzieht, ist fatal.

Eine klar verhandelte Struktur ist nicht der Feind der Freiheit, sondern ihr Fundament. Sie schafft Sicherheit und Fairness:

  • Wer putzt wann?
  • Wie werden gemeinsame Ausgaben entschieden?
  • Wie löst man Konflikte?
  • Was passiert, wenn jemand ausziehen will?

Ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag oder gemeinsame Hausregeln zwingen dazu, über diese Fragen nachzudenken, bevor sie akut werden. Erwartungen werden explizit – und alle Beteiligten geschützt.

Die wichtigste Phase eines Wohnprojekts ist nicht das Einweihungsfest, sondern der oft mühsame, aber enorm bereichernde Prozess, diesen Vertrag auszuhandeln. Hier entsteht aus einer Gruppe von Individuen eine echte, intentionale Gemeinschaft.

Der Weg hinaus: Vom Traum zur gelebten Struktur

Die Lösung liegt nicht darin, die Träume aufzugeben, sondern sie mit handwerklicher Sorgfalt umzusetzen:

  1. Suche nicht nach Ähnlichkeit, sondern nach Verlässlichkeit. Frage nicht: „Bist du wie ich?“, sondern: „Kann ich mich auf dich verlassen, wenn es schwierig wird – und bleibst du bei Konflikten am Tisch?“
  2. Macht die Unsichtbarkeit sichtbar. Sprecht von Anfang an nicht nur über Putzpläne, sondern auch über emotionale und organisatorische Verantwortung. Rotiert diese Aufgaben. Schafft Wertschätzung.
  3. Feiert den Vertrag. Nehmt euch ein ganzes Wochenende Zeit.
  4. Holt bei Bedarf externe Moderation dazu.
  5. Verhandelt euren Vertrag als Gründungsritual. Nicht als Pflicht, sondern als Kern eurer Gemeinschaft. Dieser Prozess offenbart mehr über euch als Monate des lockeren Zusammenlebens.

Fazit: Fehlertolerante Systeme statt perfekte Menschen

Es geht nicht darum, perfekte Mitbewohner zu finden, sondern Systeme zu schaffen, die Fehler aushalten. Ein Zuhause entsteht nicht durch die Abwesenheit von Konflikten, sondern durch vereinbarte Wege, sie zu lösen.

Gemeinschaftliches Wohnen ist nicht „Mist“ – es ist vielleicht die ehrlichste und anspruchsvollste Form des Wohnens, die wir uns vorstellen können.

Die bequeme Lüge:

Warum Rosenheim nicht baut – und was Corona damit zu tun hat

Ja, wir haben einen Wohnungsnotstand. Aber keinen Willen, ihn zu bekämpfen.

Ein Blick auf Rosenheims Bauplakate – oder auf das, was dort fehlt – reicht aus. Corona hat uns eines gezeigt: Wenn die Politik etwas wirklich will, geht alles plötzlich sehr schnell. Innerhalb weniger Wochen wurden Grundrechte neu justiert und milliardenschwere Hilfspakete geschnürt.

Doch bei der Wohnungskrise? Da heißt es plötzlich:

„Das geht nicht. Zu viel Bürokratie. Zu kompliziert. Dauert zu lange.“

Das ist nicht die Wahrheit. Das ist eine bequeme Lüge.

Der Unterschied liegt nicht zwischen „möglich“ und „unmöglich“, sondern zwischen echtem Notstand und bequemer Gleichgültigkeit.


Was läuft falsch? Ein Blick hinter die Kulissen

1. Spekulation & Verdrängung

Rosenheims Lage lockt nicht Menschen, sondern Kapital. Immobilien werden als Assets gehandelt, nicht als Wohnraum.

  • Preise steigen ins Schwindelerregende
  • Löhne und Renten bleiben zurück
  • Die soziale Durchmischung stirbt

2. Zersiedelung & Flächenfraß

Statt klug zu verdichten, baut man auf der „grünen Wiese“ (Mangfallpark, Südliche Au). Das Ergebnis:

  • autofixierte Schlafsiedlungen
  • ohne Seele
  • ohne Kitas
  • ohne Ärzte
  • ohne Leben

Die Stadt wird auseinandergerissen.

3. Der falsche Wohnungstyp

Gebaut wird, was Profit bringt:

  • teure Eigentumswohnungen
  • große Mietwohnungen für Gutverdiener

Was fehlt?

  • kleine, bezahlbare Wohnungen
  • Angebote für Singles, Senioren, Trennungskinder
  • gemeinschaftliche Wohnformen

Sträflich vernachlässigt.

4. Verlust des Gemeinwohls

Wohnen wird als Marktproblem verwaltet, nicht als Grundrecht organisiert. Die Idee, dass eine Stadt für ihre Bewohner da sein muss, ist verloren gegangen.

Das Ergebnis: Ein verlorenes Wir in anonymen Treppenhäusern.


Wie kann man es ändern? Nicht mit Kosmetik – mit Politik

Die Werkzeuge liegen längst bereit. Man muss sie nur benutzen.

1. Grundstücke der Spekulation entziehen

  • Vorkaufsrecht der Stadt konsequent nutzen
  • Erbbaurecht zur Regel machen
  • Bauland nur noch mit verbindlicher Sozialbindung ausweisen (mind. 50 % geförderter Wohnraum)

2. Richtig und klug verdichten

Nicht am Rand, sondern im Bestand:

  • Aufstocken
  • Baulücken schließen
  • Gewerbebrachen umnutzen
  • Grünflächen und Gemeinschaftsräume integrieren

3. Neue Wohnformen ermöglichen – und erzwingen

  • Bebauungspläne für Co‑Living, Tiny‑House‑Kollektive, Mehrgenerationenprojekte öffnen
  • eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründen, die bedarfsgerecht statt profitorientiert baut

4. Die Gemeinschaft zurückholen

  • Mietpreisbremse durchsetzen
  • Quartiersmanager in jedem Stadtteil
  • „Gemeinschaftspflicht“ in städtischen Mietverträgen: Wer hier lebt, trägt etwas bei

Was man sofort tun könnte

Modulare Holzhäuser auf Leerflächen

Auf brachliegenden Parkplätzen oder Gewerbebrachen. Bauzeit: Monate, nicht Jahre.

Das „Rosenheimer Modell“ im Baurecht

Experimentierklauseln nutzen, um Gewerbe und Wohnen zu mischen. So entstehen lebendige Quartiere.

Parkhäuser aufstocken

Viele Parkdecks tragen zwei bis drei zusätzliche Geschosse. Unten Parken – oben bezahlbar wohnen.


Die radikalste Idee: Wohnraum entkommerzialisieren

Eine kommunale Bürger‑Genossenschaft:

  • kauft Mietshäuser
  • saniert sie
  • vermietet sie kostendeckend
  • macht Mieter zu Teilhabern

Es fehlt nicht an Platz. Es fehlt am Willen.

Corona hat gezeigt, wie schnell Veränderung geht, wenn der Druck groß genug ist.

Die Frage ist: Wann wird der Druck der Wohnungslosen, der Verzweifelten, der Einsamen groß genug sein?

Wollen wir eine Spekulationsblume mit schöner Altstadt bleiben? Oder eine soziale, dichte, lebendige Stadt, die ihr „Wir“ zurückerobert hat?

Die Zeit der bequemen Lügen ist vorbei.

Vermieter‑Pflicht: Warum sie notwendig ist

Die Idee einer Pflichtschulung für Vermieter ist radikal – und notwendig. Freiwilligkeit bedeutet heute: Wer keine Verantwortung übernehmen will, muss es auch nicht.

Das „Rosenheimer Modell“

Eine kommunale Satzung kann Pflichten für Vermieter festlegen, wenn ein öffentliches Interesse besteht – hier: Bekämpfung von Einsamkeit und Sicherung des sozialen Friedens.

Stufenplan

Stufe 1: Ein „Runder Tisch Wohnen & Gemeinschaft“ erarbeitet ein Schulungscurriculum.

Stufe 2: Eine „Soziale‑Wohnraum‑Satzung“ wird verabschiedet:

  • Pflichtschulung alle 5 Jahre
  • Inhalte: alternative Wohnformen, Mediation, Förderprogramme, soziale Verantwortung

Stufe 3: Konsequenzen:

Positiv: Zertifikat „Sozialer Vermieter Rosenheim“ mit Vorteilen Negativ: Nicht‑Teilnehmer verlieren Vergünstigungen und erscheinen auf einer Negativliste

Was aktuell passiert – und warum es nicht reicht

Es gibt nur freiwillige Informationsangebote. Das erreicht nur Vermieter, die ohnehin interessiert sind. Der Großteil bleibt außen vor. Die Stadt agiert als Bittsteller statt als Gestalter.

Wie man gegensteuern kann

  • Thema als Bürgerantrag in den Stadtrat bringen
  • Unterschriften sammeln
  • Parteien öffentlich konfrontieren
  • Leserbriefe schreiben
  • Bündnisse mit Mietervereinen, Kirchen, Sozialverbänden
  • Pilotprojekt in einem Sanierungsgebiet starten

Fazit

Eine Pflichtschulung für Vermieter ist keine Spinnerei, sondern eine logische Konsequenz, wenn Wohnen als soziales Gemeingut verstanden wird. Rosenheim könnte Vorreiter sein – wenn der politische Mut da ist.

Der Druck muss von den Bürgern kommen. Dein Frust ist ein guter Anfang.

Wenn du möchtest, kann ich dir den Text auch:

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Sag einfach Bescheid.

Was besser laufen könnte

konkrete Ideen gegen Einsamkeit

Die Lösung liegt nicht in mehr Angeboten, sondern in klügeren, verbindenden Strukturen. Rosenheim muss vom „Betreuer“ zum „Ermöglicher“ werden.

1. Gemeinschaftswohnungen forcieren

  • Baugrundstücke im Erbbaurecht für genossenschaftliche Projekte bereitstellen
  • In jedem neuen Baugebiet verbindliche Anteile an geförderten Gemeinschaftswohnungen
  • Gemeinschaftsflächen verpflichtend integrieren

2. Vermieter verpflichten und fördern

Pflichtschulung

Vermieter mit mehr als X Wohnungen müssen alle fünf Jahre an einer städtischen Schulung teilnehmen:

  • alternative Wohnformen
  • Konfliktmediation
  • gemeinschaftsfördernde Maßnahmen
  • soziale Verantwortung im Mietverhältnis

Anerkennungsmodell

„Sozialer Vermieter Rosenheim“ – mit Vorteilen wie:

  • schnellere Baugenehmigungen
  • bevorzugte Grundstücksvergabe
  • öffentliche Anerkennung

Musterverträge

Stadt entwickelt Muster‑WG‑Verträge und Regeln für gemeinschaftliche Wohnformen.

3. „Lebens‑Themen‑Tische“ statt Smalltalk

Moderierte Gesprächsrunden in Büchereien zu existenziellen Themen wie:

  • „Was gab meinem Leben Sinn?“
  • „Einsamkeit – und was hilft?“

Das schafft erlaubte Tiefe.

4. Der „Rosenheimer Kompetenz‑Pass“

Eine städtische Datenbank, in die Ältere ihre Fähigkeiten eintragen. Bürger und Initiativen können gezielt Workshops oder Rat anfragen. Das schafft Wertschätzung und neue Rollen.

5. Echte „Dritte Orte“ schaffen

Leerstehende Läden für symbolische 1‑Euro‑Miete an Initiativen vergeben, die ein „Offenes Wohnzimmer“ betreiben. Dazu: bezahlbare Park‑Oasen von Anfang an mitdenken.

6. Gemeinschaftsaufgaben im Quartier

Jedes Viertel erhält:

  • ein kleines Budget
  • einen Quartiersmanager

Die Bewohner entscheiden selbst, was sie schaffen: Hochbeet, Lesezirkel, Nachbarschaftsprojekt. Gemeinsames Tun ist der stärkste Kitt gegen Einsamkeit.

7. Parken für Teilhabe – nicht als Barriere

  • erste Stunde frei in städtischen Anlagen
  • Park‑Flatrates für Vereinsmitglieder
  • vergünstigte Jahreskarten für Ehrenamtliche

8. Digitale Brücken bauen

Angebote, bei denen Technik und Inhalt verschmelzen:

  • gemeinsamer Podcast „Geschichten aus meinem Rosenheim“
  • digitale Stadtgeschichte per Zoom erforschen

Zusammengefasst

Die leeren Gespräche bei Kaffee und Kuchen sind nur das Symptom. Die Krankheit heißt:

  • fehlende gemeinsame Sache
  • fehlende erlaubte Tiefe
  • mangelnde gemeinschaftliche Wohnformen
  • Vermieter ohne soziale Verantwortung
  • Stadtlogistik, die Verweilen bestraft

Rosenheim könnte gegensteuern, indem es:

  • gemeinschaftlichen Wohnraum aktiv fördert
  • Vermieter durch Pflichtschulungen und Anreize in Verantwortung bringt
  • Menschen wieder gebraucht und wertgeschätzt fühlen lässt
  • stressfreien Zugang zu Begegnung ermöglicht

Dann entsteht ein „Wir“, weil die Stadt Räume, Regeln und verantwortungsbewusste Vermieter schafft, in denen Menschen gemeinsam etwas bewegen können.

Was in Rosenheim schief läuft

und was Rosenheim wirklich ändern müsste

Die Stadt bietet viel, doch oft sind es nur Pflaster auf einer tiefen Wunde. Das Problem ist systemisch.

Viele Angebote für Ältere – klassische Seniorencafés, Gesprächsrunden, Nachmittage bei Kaffee und Kuchen – bleiben im Smalltalk stecken. Man redet über Wetter und Kuchen, weil es sicher ist. Doch es fehlen mutige Formate, die Tiefe, Sinn und echte Verbindung schaffen.

Gleichzeitig wächst die Stadt auseinander. In neuen Vierteln wie der Südlichen Au fehlen „dritte Orte“ – frei zugängliche, einladende Plätze zum Verweilen, nicht nur zum Konsumieren.

Wohnformen ohne Gemeinschaft – ein strukturelles Versäumnis

Der Wohnungsmarkt fördert teure Einzelwohnungen und Eigentumsblöcke, während gemeinschaftliche Wohnformen sträflich vernachlässigt werden. Neue, geförderte Gemeinschaftswohnungen und -häuser wären wichtiger denn je, doch sie gelten politisch nicht als prioritäre Aufgabe.

Es fehlen Anreize für genossenschaftliche Modelle, Mehrgenerationenhäuser und Co‑Living‑Projekte, die Gemeinschaft bereits im Grundriss verankern.

Vermieter ohne soziale Verantwortung

Ein weiteres massives Problem ist die Haltung vieler Vermieter. Wohnungen gelten als Renditeobjekte, Vermieter als reine Inkassostellen. Ihre einzige Pflicht scheint zu sein, dass die Miete pünktlich kommt.

Die soziale Verantwortung, stabile und lebendige Hausgemeinschaften zu ermöglichen, existiert praktisch nicht. Es fehlen Bewusstsein, Modelle und Verpflichtungen, die Vermieter in die Rolle von Gestaltern von Lebensraum bringen.

Parkgebühren als unsichtbarer sozialer Filter

Aggressive Parkgebühren verwandeln die Innenstadt in einen zahlungspflichtigen Club. Die ständige Sorge ums Ticket erstickt spontane Begegnungen. Wer von außerhalb kommt und nicht weiß, ob sich ein kurzer Besuch „lohnt“, bleibt oft gleich zu Hause.

Die Botschaft der Stadt lautet unfreiwillig: Deine Zeit hier kostet – buchstäblich.

Digitalisierung als Barriere statt Brücke

Es gibt Kurse zur Tablet‑Bedienung, aber kaum Angebote, wie man Technik konkret gegen Einsamkeit nutzen kann – etwa für Online‑Stammtische oder digitale Gemeinschaftsprojekte.

Der Verlust sinnstiftender Rollen

Mit dem Renteneintritt fallen Arbeit, Status und tägliche Gespräche weg. Rosenheim bietet zu wenig neue, wertgeschätzte Aufgaben für diese Lebensphase. Es fehlen Programme, die das Wissen und die Zeit Älterer einbinden – als Stadtführer, Museumserzähler oder Coaches für junge Familien.

Das Ergebnis: ein Vakuum, das Kaffee und Kuchen nicht füllen können.

Ich gebe dir eine Stimme


Ich bin hier, damit deine Stimme gehört wird.

Das Leben kann uns manchmal in eine Schieflage bringen – eine Situation, in der man den Boden unter den Füßen verliert, den eigenen Weg nicht mehr erkennt und sich allein gelassen fühlt.

Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich habe es selbst erlebt: schwere gesundheitliche und psychische Krisen, die Erfahrung der Obdachlosigkeit und den Kampf gegen eine Krebserkrankung. Aus diesen Tälern habe ich eine tiefe Überzeugung mitgenommen: Niemand sollte solche Wege allein gehen müssen.


Warum ich diese Plattform geschaffen habe

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen in genau diesen Situationen zu unterstützen.

Dies ist kein therapeutisches Angebot und ersetzt keine psychiatrische Hilfe. Es ist etwas anderes – etwas Einfaches und gleichzeitig Kraftvolles: Hilfe auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch.

Hier gibt es kein „oben“ oder „unten“. Hier gibt es keinen Fall. Hier gibt es Menschen.


Was zählt, bist du

Wenn du vor mir sitzt, zählt allein dein Wunsch, dein Anliegen, deine Geschichte. Und dieser Wunsch ist es wert, gehört und ernst genommen zu werden. Gemeinsam setzen wir ihn in die Tat um.


Wobei ich dich unterstützen kann

  • neue berufliche Perspektiven finden
  • nach einer schwierigen Lebensphase wieder Fuß fassen
  • als geflüchteter Mensch Gehör für die eigene Geschichte finden
  • aus der Obdachlosigkeit zurück ins Leben kommen

Die Wege sind so zahlreich wie die Menschen selbst.

Oft spielen Isolation, Alter, Behinderung oder andere Faktoren hinein und machen die Situation komplex. Meine Unterstützung ist so individuell wie du. Sie kann ein offenes Ohr sein, ein gemeinsames Sortieren der Gedanken, das Entwickeln eines nächsten kleinen Schrittes oder die Begleitung auf einem Stück deines Weges.


Transparenz und Verantwortung

Mein Angebot ist bewusst gestaffelt und transparent – wie du auf der letzten Seite sehen kannst.

Wichtiger Hinweis: Solltest du von einer Behörde oder einem Gericht die Auflage oder Anregung erhalten haben, eine Form der gesetzlichen Betreuung oder Unterstützung in Anspruch zu nehmen, bitte ich dich, vor unserem gemeinsamen Weg Rücksprache mit der zuständigen Stelle zu halten. Kläre bitte ab, ob ich in dieser speziellen Situation derjenige sein darf, der dich begleitet. Dein rechtlicher Rahmen und dein Schutz stehen an erster Stelle.


Was ich dir anbiete

Ich biete keine fertigen Lösungen von der Stange. Ich biete mich an – als Mensch. Mit meiner Erfahrung, meinem Zuhören und meinem festen Glauben daran, dass in jedem Menschen der Schlüssel für seinen eigenen, richtigen Weg liegt.

Ich würde mich freuen, mit dir gemeinsam den Weg zu gehen, der für dich richtig und wichtig ist.

Deine Stimme wartet darauf, gehört zu werden.